Communities in Zeitgeschichte Open

Recent Submissions

  • 136
    136
    Behördenconsulting
    (2022) Marktanner, Alina
    Alina Marktanner präsentiert die erste quellengesättigte Studie der Unternehmensberatung in Politik und Verwaltung der Bundesrepublik. Die Darstellung behandelt exemplarische Beratungsaufträge in den Verwaltungsbereichen Postwesen, Schulsystem und Arbeitsverwaltung von den 1970er bis 2000er Jahren. Dabei porträtiert Alina Marktanner die maßgeblich im „öffentlichen Sektor" aktiven Firmen, darunter McKinsey & Company, Roland Berger und die Kienbaum Unternehmensberatung. Sie zeichnet nach, wie sich die Branche seit Mitte des 20. Jahrhunderts professionalisierte. Den Politik- und Verwaltungsspitzen dienten die quantifizierenden und zügig verfügbaren Wissensbestände der Consultants dazu, Interessenkonflikte mit Anspruchsgruppen zu navigieren und Gewerkschaften in Sozialstaatsdebatten auf die Zuschauerränge zu verweisen. Die Geschichte des Behördenconsultings als Regierungspraktik erzählt damit von Tendenzverschiebungen im Kräfteverhältnis von Politik, Verwaltung und organisierter Öffentlichkeit.
  • 135
    135
    Die Massen lenken
    (2022) Nietzel, Benno
    Seit dem Ersten Weltkrieg galten Massenkommunikation und Propaganda als integrale Faktoren des politischen und militärischen Geschehens. Damit wuchs der Bedarf an systematischer Expertise und wissenschaftlicher Erforschung. Während des Zweiten Weltkrieges und im Kalten Krieg wurde die Planung, Beobachtung und Analyse von Propaganda zu einem wichtigen Feld strategischer Wissensproduktion. Im Wege einer dreiseitig verflochtenen Wahrnehmungs- und Beziehungsgeschichte untersucht Benno Nietzel, welche Rolle Kommunikationsexperten und Wissenschaftler in der Propaganda dreier Länder spielten: in den Vereinigten Staaten, in Deutschland und der Sowjetunion. Verschiedene Akteursgruppen konkurrierten jeweils um Gehör, Einfluss und Zuständigkeiten auf dem Gebiet der Propaganda. Aus ihren Erfolgen und ihrem Scheitern ergibt sich eine alternative Geschichte von Verwissenschaftlichungsprozessen und Expertentum im 20. Jahrhundert, die von Ungleichzeitigkeiten, Gegenläufigkeiten und Widersprüchen gekennzeichnet ist.
  • 133
    133
    Das Fleisch der Republik
    (2022) Führer, Karl Christian
    Karl Christian Führer untersucht erstmals die Entstehung der modernen, auf Höchstleistungen ausgerichteten Landwirtschaft in Westdeutschland von 1950–1990. Sein Buch beschreibt eingehend, dass die Entwicklung hoch effizienter Produktionsmethoden eine Reaktion der Bauern auf sich stark verändernde Anforderungen war. Gerade bei dem Produkt „Fleisch" vollzogen sich seit den 1950er Jahren ganz grundlegende Wandlungen bei den Konsumenten, im Einzelhandel und bei den Verarbeitungsbetrieben. Die landwirtschaftliche Produktion musste sich, um auf die neue Nachfrage reagieren zu können, massiv verändern. Die so entstehende „intensive" Tierhaltung, die von Nicht-Landwirten und auch von einem kleinen Teil der Bauern schon frühzeitig scharf kritisiert wurde, entsprang weder landwirtschaftlicher Initiative noch diente sie der „Profitmaxierung" der Tiermäster (wie die Kritiker vielfach meinten). Als Ursprung und als zentraler Motor des Wandels lassen sich vielmehr die Entscheidungen der Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf ihrer Lebensmittel identifizieren. Eine aufschlussreiche Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte der Bundesrepublik.
  • 132
    132
    Arbeit und Umwelt?
    (2022) Lieb, Felix
    Über die Krise der SPD ist allerorten zu lesen, und das nicht erst seit gestern. Bereits seit den 1970er-Jahren forderten neue Themen und Akteur:innen das sozialdemokratische Politikmodell fundamental heraus. Im Bereich der Umweltpolitik war dies besonders deutlich zu erkennen: Das neue ökologische Bewusstsein stellte das klassisch-sozialdemokratische Fortschrittsmodell und das Selbstverständnis der SPD als Partei der Arbeit infrage. Hinzu kam, dass das von der Umweltbewegung und den Grünen propagierte Ideal der Basisdemokratie gegen das traditionelle Organisationsprinzip der SPD gerichtet war. Doch wie reagierte die Sozialdemokratie auf dieses doppelte Spannungsfeld zwischen „Arbeit" und „Umwelt" sowie „Partei" und „Bewegung"? Felix Lieb untersucht in dieser parteihistorischen Studie erstmals die Versuche der SPD, die eigene Identität zu wahren und sich gleichzeitig unter ökologischen Vorzeichen zu erneuern. Ausgezeichnet mit dem Willy-Brandt-Preis für Zeitgeschichte 2021 der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung.
  • Zeitschriftenband
    9
    Estranged yet entangled
    (2025) Hoffmann, Dierk; Wentker, Hermann; Zatlin, Jonathan R.